Datum:16.07.2025
Nachdem 2023 die erste Notsicherung der Synagogenmauer an der Engelstraße erfolgte, 2024 das Crowdfunding mehr als 20.000 Euro erzielte und in diesem Jahr Fördermittel genehmigt wurden, können die Baumaßnahmen für den Gedenkort nun starten. Im Laufe dieser Woche (29. Kalenderwoche) geht es los. In der vergangenen Woche fanden bereits die Baufeldfreimachung sowie die Kampfmittelsondierung statt.
Gegenstand der Baumaßnahme ist die Sicherung und bauliche Stabilisierung einer Außenwand der 1930 im Stil des Neuen Bauens von Fritz Landauer für die Israelistische Religionsgemeinde Plauen errichteten Synagoge. 1938 wurde sie durch die Nationalsozialisten im Zuge der Pogromnacht zerstört. Bisher ging man davon aus, dass kein Gebäudeteil erhalten ist. Durch Hinweise aus der Bürgerschaft kam es zur Prüfung und Verifizierung einer Mauer auf der Grundstücksgrenze als Außenwand der damaligen Wochentagssynagoge, die anschließend unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Der historische Gebäudeteil wird seit Jahrzehnten als Stützwand für einen Hang missbraucht und ist in entsprechend schlechtem Zustand. Im Zuge der Baumaßnahme wird die Mauer freigelegt, trockengelegt und durch einen rückseitigen Schwergewichtskörper, der auch die Böschung abstützt, gesichert und stabilisiert.
Die Baumaßnahme wird sich aufgrund der vorliegenden Situation, die viel Umsicht und auch die Einhaltung von Trockenzeiten und ähnlichem erfordert, voraussichtlich über mehrere Monate erstrecken. Während dieser Zeit ist die Senefelder Straße im Baubereich halbseitig gesperrt.
Die Stadt Plauen engagiert sich aufgrund der historischen Bedeutung des Reliktes für die Plauener Stadtgeschichte. Das Engagement geschieht im stetigen Einvernehmen mit den Anliegern. Die Adventgemeinde, auf deren Grundstück sich damals die Synagoge befand, hat sich bereiterklärt, den Mauerrest später öffentlich zugänglich zu machen. Ein kleiner Gedenk- und Begegnungsort soll hier entstehen.
Mit dem Crowdfunding konnte der Eigenanteil der Stadt Plauen und die Anschubfinanzierung des Gedenk- und Begegnungsortes, der parallel zusammen mit einer Arbeitsgruppe konzipiert wird, abgedeckt werden. Eine weitere Finanzierung der Baumaßnahme erfolgt durch Landesmittel des Denkmalschutzes mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen sowie durch eine Projektförderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Somit sind keine direkten Eigenmittel der Stadt Plauen notwendig.
Alle Informationen zum Projekt gibt es unter www.plauen.de/bruchstelle1938